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13. August 2019 Zurück

Logistikbranche ohne Zukunft? Wohl kaum!

Ein Artikel des Westfälischen Anzeigers schreckte eine ganze Branche auf und brachte nun auch die Wirtschaftsförderung Hamm auf den Plan. Im Artikel "Atemberaubendes Tempo" vom 9. August 2019 entwickelte der Autor ein düsteres Szenario, nach dem durch Digitalisierung und Automatisierung "in absehbarer Zeit" 86 Prozent der Arbeitsplätze in der Logistik wegfallen würden. Dies ginge aus Zahlen der Arbeitsagentur Hamm hervor. Das würde nicht nur Hamm betreffen, sondern auch ähnlich aufgestellte Regionen wie den Kreis Unna.

Wirtschaftsförderer weist Warnung vor dramatischem Arbeitsplatzabbau zurück

"Auf absehbare Zeit sieht die Wirtschafsförderung durch Digitalisierung per Saldo keine dramatischen Arbeitsplatzverluste in der Logistikbranche", findet Hamms Wirtschaftsförderer Dr. Karl-Georg Steffens klare Worte. Er widerspricht damit der Darstellung in diesem Artikel. Auch den Zusammenhang, dass in Hamm derzeit 6.500 Menschen im Arbeitsfeld Logistik und Verkehr beschäftigt sind, kann die Hammer Wirtschaftsförderung so nicht sehen.

"Die im Artikel angesprochenen 86 Prozent wegfallenden Arbeisplätze sind für uns in keiner Weise nachvollziehbar", sagt Steffens. "Derzeit steigen die Mitarbeiterzahlen in der Logistikbranche sogar."

Sie profitiere von der Tendenz vieler Produtklionsbetriebe, verschiedene Teile ihrer Unternehmen auszulagern. "Aber auch im klassischen Bereich der Logistik, dem Transport von Gütern, herrscht derzeit großer Fachkräftemangel. Betriebe suchen händeringend Kraftfahrer*innen", so Steffens weiter.

Außerdem gehen Wirtschaftsanalysten von einer weiteren Steigerung des Online-Handels aus. Damit steigt auch die Nachfrage nach Transportleistungen weiter.

Die im Artikel angesprochenen Automatisierungspotentiale seien nach Lage der Dinge gerade im Bereich der Lagerlogistik weitgehend ausgeschöpft. Lediglich der Bereich der Kommissionierung von Waren habe hier noch Spielraum, so Steffens.

Das ist die Zukunft: Interaktion von Mensch und Maschine

Allerdings seien dazu hohe Investitionen nötig. "Die Unternehmen setzen daher eher auf die Interaktion von Mensch und Maschine, zum Beispiel durch den Einsatz von Datenbrillen", sagt der Wirtschaftsförderer.

Eine flächendeckende Entwicklung sei allenfalls als Auswirklung im Zuge einer flächendeckenden Verbreitung des automatisierten Fahrens zu erwarten. Das wiederum sei keine kurzfristig zu erwartende Entwicklung. Einen "dramatischen Arbeitsplatzverlust in der Logistikbranche" in "absehbarer Zeit" sei daher also nicht zu erwarten.

 

 

Ansprechpartner/in

Elke Böinghoff

Elke Böinghoff

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